Was ist Bio-Cng?

Bio-CNG1 und Bio-LNG1 sind Kraftstoffe, die aus erneuerbaren Quellen1 gewonnen werden. Bio-CNG ist komprimiertes Biomethan und kann damit eine erneuerbare Alternative zu CNG/LNG aus fossilem Erdgas sein. 

Bio-CNG wird in der Regel bilanziell in Deutschland getankt. Die an der CNG-Tankstelle getankte Menge wird in Biomethan-Produktionsanlagen aus Rest- und Abfallstoffen erzeugt und anschließend in das öffentliche Gasnetz eingespeist. Der Nachweis der Nachhaltigkeit des regenerativen (erneuerbaren) Biomethans gemäß der EU-Richtlinie (EU) 2018/2001 erfolgt über das Erfassungssystem NABISY der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Gleiches gilt auch für Bio-LNG.

Die Vorteile von Bio-CNG auf einen Blick

  • Erneuerbar: Bio-CNG wird aus biogenen Roh- und Reststoffen gewonnen.
  • Potenzial zur Treibhausgasminderung: Je nach Ausgangsstoff und Herstellungsverfahren können die Treibhausgasemissionen gegenüber fossilen Kraftstoffen reduziert werden.
  • Bestehende Technik nutzen: CNG-Fahrzeuge können Bio-CNG ohne technische Anpassungen in jedem Mischungsverhältnis von 0 bis 100 % tanken.
  • EEG: Biomethan als Kraftstoff fällt nicht unter das EEG².
     
  • Kreislaufwirtschaft: Bei der Herstellung werden vorhandene Stoffströme weiterverwendet. Außerdem entstehen Nebenprodukte wie Biodünger und erneuerbares CO₂.
  • Regionale Wertschöpfung: Die Produktion kann landwirtschaftliche und industrielle Reststoffe in der Region nutzen.
  • Bereits heute verfügbar: Bio-CNG kann über die bestehende CNG-Infrastruktur bereitgestellt werden.
  • CO2-Steuer: Es fällt keine CO₂-Abgabe nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG)³ an.

²Das Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien (Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)) ist ein deutsches Bundesgesetz, das die Erzeugung von Strom aus Sonne, Wasser, Wind und Biomasse fördert, unter anderem durch eine gesetzlich festgelegte Vergütung für eingespeisten Strom. Bio-CNG wird nicht verstromt, sondern direkt als Kraftstoff im Verkehr eingesetzt und fällt aus diesem Grund nicht unter das EEG. Das bedeutet, dass es nicht von staatlich festgelegten Einspeisevergütungen, befristeten Förderzeiträumen oder Ausschreibungen abhängt, sondern sich im Kraftstoffmarkt behauptet, etwa über die Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote). Für Biogasanlagen, deren EEG-Förderung ausläuft, eröffnet Bio-CNG so eine wirtschaftliche Perspektive.

³Seit 2021 wird in Deutschland auf fossile Brenn- und Kraftstoffe ein CO₂-Preis erhoben. Grundlage ist das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG). Für nachhaltig erzeugtes Biomethan wird dabei ein Emissionsfaktor von null angesetzt, sofern die Nachhaltigkeit, beispielsweise über NABISY, nachgewiesen ist. Deshalb fällt für Bio-CNG kein CO₂-Preis an. 

Aus Reststoffen wird erneuerbare Energie

 

Bio-CNG entsteht aus Biomasse. Dabei handelt es sich Rest- und Abfallstoffe, die ohnehin anfallen. Biomethan aus solchen Reststoffen zählt zu den Biokraftstoffen der zweiten Generation. Es konkurriert also nicht mit der Nahrungsmittelproduktion. Aus diesen Ausgangsstoffen wird zunächst Biogas gewonnen, welches anschließend aufbereitet wird. Damit Biomethan entsteht, werden während der Aufbereitung unerwünschte Bestandteile entfernt und der Methangehalt erhöht. Biomethan besitzt ähnliche Eigenschaften wie fossiles Erdgas, weshalb es für die Mobilität eingesetzt werden kann. Durch die anschließende Verdichtung entsteht Bio-CNG (Compressed Natural Gas) - also komprimiertes Biomethan. 

Wie kommt Bio-CNG an die Tankstelle?

Bio-CNG kann auf unterschiedlichen Wegen zur Tankstelle gelangen. Nach der Aufbereitung kann Biomethan beispielsweise in das bestehende Gasnetz eingespeist werden. An der Tankstelle wird das Gas verdichtet und als CNG für Fahrzeuge bereitgestellt. Dabei kann die Bereitstellung bilanziell erfolgen: Die Menge an Biomethan, die in das Gasnetz eingespeist wird, entspricht der Menge, die als Bio-CNG für die Mobilität eingesetzt wird. Dadurch kann die vorhandene Infrastruktur genutzt werden, ohne für Bio-CNG ein komplett neues Verteilnetz aufbauen zu müssen. Daneben gibt es inzwischen auch reine Bio-CNG-Tankstellen, an denen das Biomethan direkt vor Ort erzeugt wird. Unsere Bio-CNG-Tankstellen finden Sie hier.

Kreislaufwirtschaft

Organische Reststoffe können als Ausgangsmaterial für die Produktion von Biomethan dienen, indem ihre organischen Bestandteile zu Kraftstoff umgewandelt werden. Die Gärreste gehen als Biodünger zurück an die landwirtschaftlichen Betriebe. Als weiteres Nebenprodukt entsteht erneuerbares CO₂, das zum Beispiel in der Industrie genutzt werden kann. Bei bestimmten Herstellungsverfahren entstehen zusätzlich Nebenprodukte, die wieder in andere Wirtschaftskreisläufe zurückgeführt werden können. So entsteht eine Wertschöpfungskette, bei der vorhandene Ressourcen möglichst umfassend genutzt werden können.

  • Aus Reststoffen wird Energie.
  • Aus Nebenprodukten entstehen neue Rohstoffe.
  • Aus Gärresten wird Dünger für die Felder.

Bio-CNG im Fahrzeug 

Weitere Information finden Sie auf der Website des CNG-Clubs unter: Was ist Bio-CNG?

 

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Volkmar Braune

Volkmar Braune

Technischer Leiter

Telefon: 03622 621-217