2008 begannen die Planungsarbeiten zur ersten Biogas-Einspeiseanlage in Thüringen. Das Pilotprojekt wird von der Ohra Energie mit den Partnern GraNottGas und der Ferngasnetzbetreiber ETG als Einspeisenetzbetreiber gesteuert. Bereits seit Juli 2010 wird unter Volllastbetrieb das gereinigte Biogas in das bestehende Erdgas-Fernnetz eingespeist. Bei der Konzeption der Anlage wurde ein Verfahren zur Gasreinigung gewählt, welches eine hohe Methanausbeute sicherstellt und gleichzeitig umweltschonend arbeitet.
Hoher Wirkungsgrad bei Einspeisung
Die Einspeisung von Biogas in das Erdgasleitungsnetz ermöglicht einen höheren Wirkungsgrad als die Vorort-Verstromung von Biogas. Trotz Aufbereitungsverlusten und des Eigenbedarfs an Strom und Wärme verbleiben beachtliche 95 % Energie, die genutzt werden können. Die vor Ort anfallende Wärme bei der Stromerzeugung wird nahezu vollständig bei der Gasreinigung verwendet.
Die erste Biogas-Einspeiseanlage in Thüringen liefert gereinigtes Biogas in das bestehende Erdgasleitungsnetz. Nach der Reinigung können jährlich bis zu 35.000.000 kWh geliefert werden, was dem durchschnittlichen Jahresbedarf von rund 2.000 Wohnungen entspricht. Der Umwelt bleiben dadurch im Vergleich zu üblichen "fossilen" Heizungen rund 5.400.000 kg/Jahr CO2 erspart.
2020 wurde mit Grabsleben 2 eine zweite, beinahe identische Biogasaufbereitungsanlage an gleichem Standort errichtet. Diese Anlage bezieht ihr Rohbiogas aus einer weiteren Biogaserzeugungsanlage, die zusaätzlich auch Stroh als Einsatzstoffe verarbeiten kann.Mit der zweiten Biogasanlage wurde die Einspeisemenge verdoppelt.